Hier der Bericht aus dem letzten Jahr von Robert Baumgärtel: Wanderung der Leichtathletik-Senioren im Pfälzer Wald

Im Frühjahr 1832 ertönte der Ruf „Auf, auf zum Schloss“, und so zogen am 27. Mai 1832 etwa 30.000 demokratisch-republikanisch gesinnte Menschen frohgemut zum Hambacher Schloss. Dem Nachhall dieses Rufes folgten auch wir sogleich nach Ankunft im Gasthof Glas in Diedesfeld am 26. Mai 2016 und zogen in einem Festumzug mit sieben Teilnehmern hinauf zum Schloss. Eine Ausstellung informiert über das damalige Ereignis, eingebettet in die politische und gesellschaftliche Situation während des Vormärz. Wir jedenfalls konnten mit gefestigtem demokratischen Bewusstsein weiterziehen.

Am nächsten Tag wanderten wir von St. Martin zur Villa Ludwigshöhe. Auf halber Höhe am Rande des Pfälzer Waldes vom Bayern-König Ludwig I erbaut; hier konnte er sich beim Blick über die Weinhänge über die köstliche Erweiterung (nach Franken) des Bierlandes Bayern erfreuen. Der Weg führte uns dann weiter zum Freiheitsdenkmal (zur Erinnerung an 1870/71), dessen Namensgebung zum Grübeln Anlass bietet. Auf unserem Weg zurück nach St. Martin wurde eindrucksvoll vorgeführt, mit welcher Perfektion an Gerät und mit welchem Einsatz von gestreuten Mitteln die Reben widerstandsfähig werden sollen, um schließlich auch etwas ins Glas zu bringen.

Am Abend schließlich die Weinprobe im Weinhaus Glas. Eine Pfälzer Platte bildete die Grundlage für die nun folgende Weinverkostung. Der Winzer stellte einige Weine vor, nannte dazu einige schon häufig gehörte Merkmale, wurde aber nun mit Fachfragen zu Anbau (s.o.) und Verarbeitung bzw. Gärung im Keller konfrontiert durch unsere im Wein- und Obstbau erfahrenen Mitwanderer Hans B. und Günther G.. Diese gestalteten die Verkostung als eine Art Oberseminar für Getränketechnologie, wobei aber einige Fragen offen blieben. Der gemeine Weintrinker konnte diesem Diskurs nur schwer folgen, bis schließlich Hans St. die erlösende Frage stellte: „ Wie ist der Geschmack zu erkennen ?“ Hierzu erklärte der Winzer: das sei ein rein persönliches Empfinden. Mit dieser Erkenntnis endete die Weinverkostung. Der Forschungsauftrag wurde sogleich umgesetzt: Die Weine haben uns geschmeckt.

Der letzte Wandertag bei trübem Wetter führte uns von der Kaltenbrunner Hütte durch den Pfälzer Wald hinauf zur Totenkopfhütte und zur Rast in das Waldhaus Hellerhütte. Wieder zurück zur Kaltenbrunner Hütte erreichte uns dann auch ein Regenschauer.

Der Sonntag Vormittag war für Neustadt vorgesehen. Diese Stadt ist einen Besuch wert. Die idyllische Altstadt, behutsam renoviert mit schmalen Gässchen und kleinen Hof-gärtchen, ist ideal zum Schlendern. Erwähnenswert ist auch die aus dem 17. Jhdt. stammende Stiftskirche, die sich Protestanten und Katholiken je zur Hälfte teilen. Ein schönes, nunmehr schon sehr altes Beispiel, in der sich Ökumene zu beider Nutzen mit der Ökonomie verbindet. In einem lauschigen Gartenrestaurant in der Altstadt war dann die Pfalztour am 29. Mai 2016 beendet.

Unser Wanderführer, Thomas Müller, hat wie immer Planung, Organisation und Durchführung übernommen und ohne Diskussionen abgewickelt, so daß sich die Teilnehmer ausschließlich dem Wandern und dem Genuss des Pfälzer Dreiklangs „Wurst, Weck und Woi“ widmen konnten.

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